70 Aufrufe,  4 Heute

Anzeige

3rd Reich Tour Munich – zu Fuß durch Hitlers München

Schon Thomas Mann bemerkte: “Der Bursche ist eine Katastrophe; das ist kein Grund, ihn als Charakter und Schicksal nicht interessant zu finden.” Auf diese Reaktion stößt man immer wieder, wenn von Hitler die Rede ist. Das Dritte Reich gehört zu den düstersten und zugleich faszinierendsten Kapiteln der deutschen und europäischen Geschichte. Mehr als acht Jahrzehnte nach der Machtergreifung durch die NSDAP im Jahr 1933 locken die Überreste der NS-Schreckensherrschaft Besucher aus aller Welt an. Für Gäste ist es besonders spannend, München von einer gänzlich neuen Seite kennenzulernen. Hinter der luxuriösen und liebenswürdigen Fassade verbirgt sich eine andere Welt, die Besucher in die Geheimnisse der Vergangenheit eintauchen lässt. Auf einer Führung besuchen Touristen die wichtigsten Stationen der Nationalsozialisten in der bayerischen Metropole und machen sich auf Spurensuche im Dritten Reich. Die “3rd Reich Tour Munich” startet am Marienplatz und endet am Königsplatz. Doch warum ist ausgerechnet die bayerische Landeshauptstadt unter Fans des Zweiten Weltkriegs so beliebt?

“Die Hauptstadt der Bewegung”

Das gemütliche und sorgenfreie München mit seinen zahlreichen Brauhäusern und seinen teilweise urigen Straßenzeilen diente in den 1930er-Jahren als Kulisse für den Aufstieg einer neuen politischen Partei, die von dem jungen und ambitionierten Adolf Hitler angeführt wurde. Hitler, seines Zeichens verfehlter Maler und stadtbekannter Zechpreller, schien die bayerische Landeshauptstadt zugesagt zu haben. Er rief sie zur “Hauptstadt der Bewegung” aus und hielt 1918 im Hofbräuhaus seine erste Rede – eine historische Begebenheit, die selbst vielen Nicht-Münchnern geläufig sein dürfte. Zudem ist M.ünchen auch der Geburtsort der NSDAP: Zwei Jahre nach seiner ersten Rede rief Hitler die Partei im Hofbräuhaus ins Leben. 1923 wurde eine weitere Schankstätte zum Schauplatz nationalsozialistischer Historie: Im Bürgerbräukeller fand de gescheiterte Putschversuch statt, der später als Hitlerputsch in die Annalen der Geschichte eingehen sollte.

Die wichtigsten Etappen auf einer 3rd Reich Tour Munich

Die Tour beginnt an der Mariensäule am Marienplatz. In unmittelbarer Nähe zu Münchens schönstem Platz befindet sich auch schon das weltberühmte Hofbräuhaus, wo Hitler seine großen Reden schwang. Das Hofbräuhaus ist an sich eine der wichtigsten Münchner Attraktionen und lockt tagtäglich Zehntausende von Besuchern an. Auch der nahegelegen Odeonsplatz zählt zu den wichtigsten Schauplätzen der NS-Vergangenheit: Im Rahmen seines fehlgeschlagenen Putsches marschierte Hitler am 9. November 1923 auf die am Odeonsplatz gelegene Feldherrnhalle zu. Hier ließ er später ein Denkmal für seine getöteten Gefolgsleute errichten, das mit dem Hitlergruß geehrt werden musste. Wer sich dieser Regel entziehen wollte, nahm einen Umweg in Kauf und bog in die Vicardi-Gasse ein, die im Volksmund die Bezeichnung “Drückeberger-Gasse” erhielt.

Wer aufmerksam ist, begegnet auch heute noch auf Schritt und Tritt Symbolen aus der NS-Zeit. Sie sind oft versteckt: ein stilisiertes gusseisernes Hakenkreuz an einer Einfahrt, runenartige Ornamente an Hausfassaden. Eine weitere Station auf der Tour ist das Haus der Kunst in der Prinzregentenstraße. Hier erfahren Sie, wie die Nationalsozialisten das Kunstverständnis beeinflussten. Die Hofgartenarkaden in der Galeriestraße beherbergten einst die Ausstellung “Entartete Kunst”. Damals fielen nicht nur Menschenleben, sondern auch zahlreiche Kunstwerke dem Terrorregime zum Opfer. Am Standort der heutigen Bayerischen Landesbank befand sich zu Zeiten des Nationalsozialismus das Wittelsbacher Palais, das ab 1933 als Hauptquartier der Gestapo diente. Die Widerstandskämpfer Sophie und Hans Scholl wurden vor ihrem Prozess im Wittelsbacher Palais gefangengehalten. Das Wittelsbacher Palais wurde 1964 endgültig aufgebrochen, heute erinnert eine Gedenktafel an den roten Backsteinbau.

Die letzte Station der Tour ist der Königsplatz in der Maxvorstadt. Hier befanden sich zwei sogenannte Ehrentempel, die die Amerikaner nach dem Krieg sprengen ließen. Auf den Sockeln der ehemaligen Ehrentempel wachsen heute Büsche und Bäume. Das Glanzstück des Königsplatzes ist zweifelsohne der prunkvolle ehemalige Führerbau. Dieser wurde 1937 fertiggestellt und zeichnet sich durch ein überaus opulentes Inneres aus. Heute beherbergt der Führerbau die Hochschule für Musik und Theater M.ünchen. Am Standort des ehemaligen “Braunen Hauses”, der Parteizentrale der NDSAP, befindet sich heute das 2015 eröffnete NS-Dokumentationszentrum. Die Nazis ließen den Königsplatz mit 20.000 Granitplatten pflastern, um den richtigen Untergrund für Massenaufmärsche zu liefern. In der Nachkriegszeit entstand auf dem Königsplatz ein Parkplatz für Pkws und Busse. Erst 1989 konnte sich die Stadtverwaltung dazu durchringen, den Königsplatz wieder zu begrünen und ihm sein ursprüngliches Aussehen wiederzugeben.

Für wen ist eine Führung durch Hitlers M.ünchen interessant?

Die Nazizeit wirft viele Fragen und mindestens ebenso viele Rätsel auf. Wer sich die Schauplätze der Bewegung mit eigenen Augen ansieht, erhält einen einmaligen Einblick in eine der interessantesten Epochen der Geschichte. Viele Details, die einem ansonsten verborgen bleiben würden, werden auf einer Führung aufgedeckt und anhand entsprechender Informationen interpretiert und ergänzt. Dokumente und Unterlagen dienen dazu, Teilnehmern einen Mehrwert zu bieten und sie hinter die Kulissen schauen zu lassen. Hobbyhistoriker und München-Fans finden an den Drittes-Reich-Führungen Gefallen, doch die Touren sind vor allem unter Touristen aus dem Ausland beliebt. Für viele Reisende bietet eine solche Führung eine einmalige Gelegenheit, ein Stück Weltgeschichte hautnah zu erleben.

Banner Content

bienenberg-blog.ch – Ihr Blog

Herzlich Willkommen auf dem Blog bienenberg-blog.ch! Bei uns finden Sie spannende und aktuelle News, interessante Beiträge über Gesundheit, Pflanzen und Tiere. Außerdem haben wir auch hilfreiche Tipps und Trends aus aktuellen Forschungen parat.